Multicar: Erster Firmensitz im Dorfkrug

Das gab es in Thüringen selten: der Dorfkrug als Firmensitz. Historisch belegt ist, dass die Maschinenfabrik Hörselgau ihre ersten Geschäftsräume im Saal eines Dorfwirtshauses hatte. Allerdings waren es keine bierseligen Ideen, die hier bei einem kühlen Blonden in die Tat umgesetzt wurden. Der in Ravensburg geborene Ingenieur Arthur Ade (1882 bis 1957) gründete im Gasthof Deutscher Hof in Hörselgau nahe Waltershausen am 2. August 1920 seine Fabrik. Ihm zur Seite stand der Kaufmann Irrgang, der wie Ade aus der Metallbranche kam.

Unternehmensgegenstand waren landwirtschaftliche Geräte und Traktoren. Doch alles kam ganz anders: Da die Gemeinde Hörselgau nicht die notwendigen räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten hatte, reagierte die Stadt Waltershausen und drängelte sich mit einem besseren Angebot vor. Die Firma von Ade & Irrgang zog daraufhin 1924 dorthin um. Ein Bürogebäude und eine Werkhalle direkt an der Bahnlinie – ideale Bedingungen für das Ade-Werk! 

Das Unternehmen begann mit 75 Mitarbeitern, erhöhte schnell auf 125. Gleich zu Beginn – es war Nachkriegs- und Inflationszeit – gab es manchen Rückschlag. Nach dem Ersten Weltkrieg zählten Stahlbänder für Vollgummireifen für Pkw und Lkw zu den Hauptprodukten. Doch die Zeit dieser Reifen war bald vorbei. Mitte der 20er-Jahre stellten viele Produzenten ihre Fahrzeuge auf Luftbereifung um. Mit einem Schlage wurden die in Waltershausen gefertigten Stahlbänder nicht mehr benötigt! Doch Ade war ein patenter Ingenieur im wahrsten Sinne des Wortes.

Zwei seiner Neukonstruktionen brachten sein Werk wieder in eine Spitzenposition. Ade hatte den Lastwagenanhänger mit Kippvorrichtung (1927) und eine Patentkupplung zum Anhängen von Fahrzeugen (1928) entwickelt und sofort in seine Produktion aufgenommen. Für den Anhängerbau entstand schon 1927 eine neue Werkhalle. Denn die Ade-Zweiseiten-Wiegenkipp-Anhänger fanden eine Vielzahl von Käufern.

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