Die Apoldaer Vereinsbrauerei

Gebraut wurde in Apolda mindestens seit 1440 - das ist bewiesen. Die Apoldaer Vereinsbrauerei, in der diese lange Brautradition gipfelte, entstand allerdings erst 1887.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bildeten sich zwei so genannte Braugesellschaften heraus, die der „Innstädter" und die der „Vorstädter", die in einem ausgeklügelten System die Braureihenfolge untereinander auslosten. 100 Jahre später vereinigten sich die beiden Braugesellschaften zu einer.

Aus der vereinigten Braugesellschaft heraus wuchs letztlich eine private Brauerei. 1872/73 entschied man sich zur Umwandlung der alten Braugesellschaft in eine der Zeit entsprechende Unternehmensform. Sie firmierte als Städtische Braugesellschaft zu Apolda Karl Kürschner & Co.

Die Deinhardts in Apolda
Neben der Braugenossenschaft gründeten sich zwei weitere Brauereien. Anfang der 70er-Jahre gab es:

- die Commun-Brauerei (städtische Braugesellschaft)
- die Bankewitz'sche Brauerei
- die Deinhardtsche Brauerei.

1864 nahm die Brauerei Wilhelm Deinhardt ihre Tätigkeit auf, da wurde sie jedenfalls in Apolda angemeldet. Doch 1882 starb Wilhelm Deinhardt in einer Heilanstalt - schon einige Zeit davor litt er unter einer unheilbaren Krankheit. Sein jüngerer Bruder August sprang deshalb ein und übernahm die Geschäftsführung. Er verkaufte dann die Brauerei in der Bahnhofstraße an die Gebrüder Franz und Emil Bohring. Zu dieser Zeit erreichte die Brauerei einen Jahresumsatz von rund 1250 Hektolitern.

Im Adressbuch der Stadt Apolda waren 1879/80 schon die Gebrüder Bohring Inhaber der Brauerei in der Oberen Bahnhofstraße 25. Jetzt bestanden nur noch die Brauereien der Gebr. Bohring und die Stadtbrauerei. Die städtische Braugenossenschaft (Karl Kürschner & Comp.) befand sich laut Adressbuch von 1882/83 am Topfmarkt 18.

Neue Besen kehren gut
Die Gebrüder Bohring erweiterten den Brauereibetrieb in der Oberen Bahnhofstraße 25. Nach knapp 10-jähriger Brautätigkeit (1887/88) vermeldeten sie einen Jahresumsatz von rund 18793 Hektolitern Lager- und Einfachbiere. Am 7. August 1888, vereinigte sich die Brauerei der Gebr. Bohring mit der städtischen Braugenossenschaft Karl Kürschner & Co. zur Vereinsbrauerei Apolda Aktiengesellschaft. Diese verfügte nun über ein Grundkapital von 850000 Mark. Die beiden Brauereien wiesen damals ein etwa gleichstarkes Produktionsvolumen auf. Karl Kürschner & Co. braute ähnlich wie Gebr. Bohring Lager- und Einfachbiere, zusätzlich noch Weizenbiere. Das erste gemeinschaftliche Betriebsergebnis belief sich beachtlicherweise auf 42200 Hektoliter Bier. Die Adresse der Gemeinschaftsbrauerei war der Topfmarkt 18. Am Topfmarkt wurden nun Grundstücke gekauft sowie die Brauerei- und Mälzereianlagen aus- und neugebaut. Neuer Direktor wurde 1889 der Kaufmann Karl Schilling. 1890 ging die neue Mälzerei in Betrieb, die Flaschenabfüllung lief im Geschäftsjahr 1901/02 an.

Der Region verbunden 
Die Vereinsbrauerei entwickelte sich beständig weiter, blieb dabei aber immer der Stadt und der Region verbunden, auch wenn sie ihre Eigenständigkeit zeitweilig verlor wie 1928 an die große Riebeck AG Leipzig-Reudnitz oder 1969 an das Getränkekombinat Erfurt. Auch heute gehört das Engagement für die Heimat zur Geschäftsphilosophie der heute wieder privaten Apoldaer Vereinsbrauerei mit ihren 53 Mitarbeitern. Von 1990 bis 2008 wurden hier immerhin rund 15 Millionen Euro investiert. (gekürzt)

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