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Für Treue in der Arbeit


(Medaille der IHK zu Erfurt, 1927- ca. 1934, Sign. K 1-5-01)

Neben Ehrenurkunden – siehe Rückblende März – gab (und gibt) die IHK auch sogenannte „tragbare Ehrenzeichen“ aus – bereits seit 1927.
Im Jahr zuvor diskutierten die zu Preußen gehörenden mitteldeutschen Industrie- und Handelskammern, Brandenburg, Erfurt, Dessau, Halle, Halberstadt, Magdeburg, Mühlhausen Th. und Nordhausen, die Einführung einer solchen tragbaren Ehrung für langjährige Betriebszugehörigkeit. Man einigte sich und die IHK zu Magdeburg wirkte federführend bei der Organisation der Ausschreibung, der Auswahl des Künstlers und der Gestaltung der Medaillen für alle teilnehmenden Kammern. Darauf ist auch das fast identische Aussehen der Ehrungen rückzuführen. In Silber galten sie als Ehrung für 25-jährige und in Gold (Silber vergoldet) für 40-jährige Betriebszugehörigkeit.

Der Bildhauer Karl Müller-Colms aus Berlin gestaltete die Treuemedaillen. Üblicherweise ist die Vorderseite dekoriert mit zwei zum Kreis gebogenen Eichenzweigen, in deren Mitte „Für Treue in der Arbeit“ steht. Außen um die Eichenzweige, der Rundung folgend, befindet sich die Aufschrift: Industrie- und Handelskammer zu Erfurt (bei den anderen Kammern entsprechend deren Name). Auf der Rückseite – die im abgebildeten Falle der IHK Erfurt statutenwidrig als Vorderseite getragen wurde – befindet sich mittig, in einem kreisrunden Feld, das nach links blickende Kopfbild des griechischen Gottes Hermes mit geflügeltem Hut (auch Merkur, römisch). Als Götterbote symbolisiert er gleichsam den Gott des Handels, der Wege und des Verkehrs.

Von dem kreisrunden Feld führen wie bei einem Rad fünf Speichen zum äußeren Rand. Die dadurch entstandenen Flächen sind befüllt mit Symbolen:  

  • ein Hammer und Schlegel für den Bergbau und das Hüttenwesen
  • ein Fliehkraftregler
  • ein Hermesstab
  • ein Spinnrocken
  • ein Zirkel und Winkel.

Die Medaille ist mit einer Öse versehen, die an einer schwarz-weiß gestreiften – die Farben Preußens – sechseckigen Aufhängung befestigt ist.

Im Bestand des TWA befinden sich aus den einst preußischen Gebietsteilen in Thüringen neben der goldenen Medaille der Kammer zu Erfurt, eine silberne Medaille der IHK Nordhausen (Sign. K 1-5-02) sowie eine weitere aus Mühlhausen, genauer aus der IHK Kassel / Mühlhausen (Sign. K 1-5-04).

Eine etwas andere Gestaltung – zumindest auf der Rückseite – entdeckt man bei der Medaille aus der Mittelthüringischen IHK zu Weimar (Sign. K 1-5-03). Hier wurde die Wartburg verewigt, die zum Kammerbezirk der Mittelthüringischen IHK zählte.

Die Medaillen der Kammern im Besitz des TWA, übrigens alle mit einem Durchmesser von 33 Millimetern, liegen zumeist in einem mit Papier bezogenem Etui.

 


weitere Bilder:
 

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Literaturtipps:

  • Gerd Scharfenberg: Die Treuemedaillen der mitteldeutschen Industrie- und Handelskammern. In: Münzen & Papier. Zeitschrift für Münzen, Medaillen & Papiergeld, November 1997, Heft 8, S. 66-70

  • Paul Lauerwald: Varianten der Treumedaille der Industrie- und Handelskammer Nordhausen. In: Münzen & Papier. Zeitschrift für Münzen, Medaillen & Papiergeld, September 1998, Heft 6, S. 80 (Aus der Leserpost)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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